Europäische Preisangabenrichtlinie

Wenn du eine Preisreduzierung für die Produkte ankündigst, die du über Shopify an Kund:innen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verkaufst, gibt es möglicherweise Gesetze und Vorschriften, die du befolgen musst.

Auf dieser Seite erfährst du mehr über einige der Gesetze, die beim Verkauf an Kund:innen im EWR für dein Unternehmen gelten könnten.

Übersicht über die Preisangabenrichtlinie (PID)

Wenn du an Kund:innen im EWR verkaufst und eine Preisreduzierung ankündigst, musst du den niedrigsten Preis anzeigen, den du in den letzten 30 Tagen oder länger für ein Produkt verlangt hast. Du kannst die Preisänderung auf einem Preisschild an einem Einzelhandelsstandort oder auf der Produktangebotsseite deines Onlineshops anzeigen. Der niedrigste Preis schließt jeden zuvor reduzierten Preis ein, der während des Zeitraums von 30 Tagen oder länger als Werbeaktion angekündigt wurde.

Die Preisangabenrichtlinie (PID) untersagt dir Folgendes:

  • Das Bewerben von falschen Preisreduzierungen.
  • Das künstliche Erhöhen des Referenzpreises vor dem Anbieten eines Rabatts.
  • Das Irreführen von Kund:innen über die Höhe eines Rabatts.

Die PID kann für alle Werbeaussagen gelten, die du über die Reduzierung des Preises eines Produkts machst. Im Folgenden findest du Beispiele für Ankündigungen von Preisreduzierungen:

  • Ein prozentualer Nachlass auf einen vorherigen Preis, wie z. B. 20 % Rabatt.
  • Ein fester Betrag, z. B. 20 EUR Rabatt.
  • Ein neuer, niedrigerer Preis, der zusammen mit einem früheren, höheren Preis angezeigt wird. Zum Beispiel: „jetzt 50 EUR, vorher 100 EUR“.
  • Ein niedrigerer Startpreis, der zusammen mit einem höheren neuen Preis angezeigt wird, der in Zukunft berechnet wird. Zum Beispiel: „jetzt 50 EUR, bald 100 EUR“.
  • Jede Werbetechnik, die den Eindruck einer Preisreduzierung erweckt. Zum Beispiel die Bewerbung eines Flash-Verkaufs, eines Verkaufspreises, eines Sonderangebots, eines Black Friday-Angebots, eines Cyber Monday-Specials oder der Kauf am selben Tag ohne Zahlung der Mehrwertsteuer (MwSt.).
  • Eine allgemeine Preisreduzierung für deinen gesamten Shop, wie z. B. „20 % auf alles“.

Nicht-werbliche Preisreduzierungen

Wenn du eine Preisreduzierung ohne Ankündigung vornimmst, gilt die PID möglicherweise nicht. Im Folgenden findest du Beispiele für Preisreduzierungen, bei denen die PID möglicherweise nicht gilt:

  • Preisschwankungen oder -senkungen, die keine Werbeaussage darüber enthalten, dass der Preis reduziert wurde. Zum Beispiel eine kostenbedingte Preisänderung.
  • Personalisierte Preisreduzierungen. Zum Beispiel Rabatte über ein Treueprogramm oder ein individueller Rabattcode.
  • Vergleiche mit anderen Preisen. Zum Beispiel die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP) oder der Preis der Konkurrenz.
  • Allgemeine Marketingaussagen über Preisvergleiche oder -vorteile, die nicht den Eindruck einer Preisreduzierung erwecken. Zum Beispiel „bester Preis“ oder „niedrigster Preis“.
  • Kombinierte oder an Bedingungen geknüpfte Angebote. Zum Beispiel „Kaufe eins, erhalte zwei gratis“ oder „30 % Rabatt beim Kauf von drei Artikeln“.
  • Cashback-Ankündigungen von externen Herstellern oder Vertriebspartnern, die keine Produkte verkaufen, aber den Kund:innen eine teilweise Rückerstattung des gezahlten Preises versprechen.

Du solltest die nationalen Bestimmungen prüfen, mit denen die PID in jedem EWR-Land umgesetzt wird, in dem du geschäftlich tätig bist. Die nationalen Bestimmungen können unterschiedliche Regeln oder Ausnahmen für Produkte oder Preisreduzierungen vorsehen. Im Folgenden findest du einige Beispiele für solche Regeln oder Ausnahmen:

  • Produkte, die dazu neigen, schnell zu verderben oder abzulaufen.
  • Produkte, die seit weniger als 30 Tagen auf dem Markt sind.
  • Preisreduzierungen, die im Rahmen derselben Verkaufskampagne ohne Unterbrechung erhöht werden. Wenn du beispielsweise im Rahmen einer Weihnachtskampagne Anfang Dezember mit einem Rabatt von 10 % beginnst, den Rabatt Mitte Dezember auf 20 % erhöhst und ihn dann im Rahmen derselben Kampagne kurz vor Weihnachten auf 30 % erhöhst.

Die nationale Gesetzgebung kann auch einen längeren Zeitraum als 30 Tage zur Feststellung des vorherigen niedrigsten Preises vorschreiben. Weitere Informationen findest du in der Datenbank für Verbraucherrecht.

Vergleichspreis-Funktion verwenden

Wenn dein primärer Markt nicht im EWR liegt, du aber Tools für den internationalen Verkauf (wie Markets oder Global‑e) nutzt, um Produkte an Kund:innen im EWR zu verkaufen, werden die Vergleichspreise für diese Kund:innen standardmäßig angezeigt.

Du kannst festlegen, dass Vergleichspreise für Kund:innen im EWR im Abschnitt Markets deines Shopify-Adminbereichs ausgeblendet werden.

Wenn sich dein primärer Markt im EWR befindet, wird die Funktion für Vergleichspreise immer angezeigt. Wenn du ein Produkt zu einem niedrigeren Preis anbietest, kannst du die Funktion für Vergleichspreise verwenden, um die PID einzuhalten. Du kannst den niedrigsten Preis des Produkts aus den letzten 30 Tagen oder mehr im Vergleich zum neuen reduzierten Preis anzeigen.

Schritte:

  1. Gehe in deinem Shopify-Adminbereich zu Produkte.
  2. Klicke auf den Namen eines Produkts.
  3. Klicke im Abschnitt Preisgestaltung auf Vergleichspreis.
  4. Gib in das Feld Vergleichspreis den niedrigsten Preis des Produkts innerhalb der letzten 30 Tage oder mehr ein.
  5. Gib im Feld Preis den neuen Angebotspreis für dein Produkt ein.
  6. Klicke auf Speichern.

Tools für internationalen Verkauf zur Steuerung von Vergleichspreisen verwenden

Wenn dein primärer Markt nicht im EWR liegt, du aber Tools für den internationalen Verkauf verwendest, um Produkte an Kund:innen im EWR zu verkaufen, werden Vergleichspreise für diese Kund:innen standardmäßig ausgeblendet. Du kannst festlegen, dass Vergleichspreise im Abschnitt Markets deines Shopify-Adminbereichs angezeigt werden.

Wenn du mehrere Märkte eingerichtet hast, die Länder oder Regionen im EWR enthalten, musst du die Schritte befolgen, um Vergleichspreise für jeden der Märkte anzuzeigen.

Schritte:

  1. Gehe in deinem Shopify-Adminbereich zu Markets.

  2. Klicke auf einen Markt, der ein Land oder eine Region im EWR enthält.

  3. Klicke im Abschnitt Weitere Einstellungen auf Vergleichspreis.

  4. Deaktiviere die Option Vergleichspreis ausblenden.

  5. Klicke auf Speichern.

Alternativ kannst du Vergleichspreise für bestimmte Produkte und Länder oder Regionen mithilfe einer CSV-Datei hochladen.

Metafelder zur Anzeige von Preisvergleichen verwenden

Du kannst Metafelder zu Teilen deines Onlineshops hinzufügen, um den niedrigsten Preis anzuzeigen, den du für das Produkt in den letzten 30 Tagen vor der Ankündigung einer Preisreduzierung berechnet hast. Alternativ kannst du Metafelder verwenden, um zusätzlich zum niedrigsten vorherigen Preis weitere Preisinformationen wie die UVP oder den Grundpreis anzugeben. Erfahre mehr über das Erstellen von benutzerdefinierten Metafeld-Definitionen.

Häufige Preisreduzierungen kommunizieren

Bevor du eine Preisreduzierung ankündigst, musst du den niedrigsten Preis anzeigen, den du für das Produkt in den letzten 30 Tagen oder mehr verlangt hast. Dieser Preis beinhaltet den niedrigsten Preis, der im Rahmen früherer Rabatte oder Werbeaktionen angeboten wurde.

Wenn du Preisreduzierungen mehr als einmal alle 30 Tage anbietest, überlege dir, wie du den niedrigsten vorherigen Preis und den regulären Verkaufspreis kommunizieren möchtest. Du musst die Preisreduzierung auf den niedrigsten Preis des Produkts innerhalb des vorangegangenen 30-Tage-Zeitraums anwenden oder den Rabatt auf den regulären Verkaufspreis anwenden und den vorherigen niedrigeren Preis angeben. Du kannst den Rabatt nicht auf den regulären Verkaufspreis anwenden, ohne den niedrigsten Preis innerhalb des vorangegangenen 30-Tage-Zeitraums anzugeben.

Beispiel für die Kommunikation von Preisreduzierungen

Beispiel: Du verkaufst ein Produkt für 150 EUR. In den letzten 30 Tagen hast du den Produktpreis im Rahmen einer Werbeaktion auf 100 EUR gesenkt. Du möchtest das Produkt mit einem Rabatt von 50 % auf den Produktpreis anbieten. Um die PID einzuhalten, kannst du den Rabatt anwenden und die Preisreduzierung kommunizieren.

Wenn du den vorherigen niedrigsten Preis nicht angeben möchtest, kannst du den Rabatt von 50 % auf den niedrigsten Preis anstelle des aktuellen Verkaufspreises anwenden. Ein Rabatt von 50 % auf den Preis von 100 EUR ergibt einen reduzierten Preis von 50 EUR.

Wenn du die Preisreduzierung auf den aktuellen Verkaufspreis anwenden möchtest, musst du die folgenden Informationen deutlich kommunizieren:

  • der Rabattbetrag auf den regulären Verkaufspreis (50 %)
  • der reguläre Verkaufspreis (150 EUR)
  • der vorherige niedrigere Preis (100 EUR)
  • der reduzierte Preis (75 EUR)

Du kannst beschreibende Informationen auf der Produktseite deines Onlineshops oder an deinem Einzelhandelsstandort hinzufügen. Zum Beispiel: „Erhalte 50 % Rabatt, 75 EUR statt 150 EUR, unserem regulären Verkaufspreis. Unser niedrigster Aktionspreis in den letzten 30 Tagen war 100 EUR“.

Die Produktdetails in deinem Shopify-Adminbereich haben nur zwei Felder für den Produktpreis: den Preis und den Vergleichspreis. Wenn du mehr als einmal alle 30 Tage Preisreduzierungen anbietest, solltest du dein Theme bearbeiten, um einen Hinweis aufzunehmen, der sowohl den regulären Verkaufspreis als auch den niedrigsten vorherigen Preis auf jeder Produktseite anzeigt, für die du einen Rabatt anbietest. Erfahre mehr über das Bearbeiten des Themes deines Shops.

UVP oder Preise von Wettbewerber:innen

Du darfst den von dir angebotenen Preis mit anderen externen Preisen vergleichen, z. B. mit der UVP oder dem Preis von Wettbewerber:innen, ohne dass die PID zur Anwendung kommt. Vergleiche mit externen Preisen unterliegen jedoch der Richtlinie 2005/29/EG, der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (UGP-Richtlinie). Die UGP-Richtlinie verbietet es, Kund:innen über den Preis, die Art der Preisberechnung oder das Bestehen eines bestimmten Preisvorteils in die Irre zu führen.

Wenn du dich entscheidest, den von dir angebotenen Preis mit einem externen Preis zu vergleichen, stelle sicher, dass der Vergleich so dargestellt wird, dass er für Kund:innen nicht als Preisreduzierung erscheint. Wenn ein Preisvergleich von durchschnittlichen Kund:innen aufgrund seiner irreführenden Darstellung als Preisreduzierung wahrgenommen wird, kann der Preisvergleich sowohl gegen die UGP-Richtlinie als auch gegen die PID verstoßen.

Wenn du die Funktion für Vergleichspreise verwendest, um einen externen Preis anstelle einer Preisreduzierung anzugeben, solltest du diesen Vergleich für Kund:innen außerdem unmissverständlich kennzeichnen, um Verwirrung zu vermeiden.

Treueprogramme und personalisierte Angebote

Die PID zielt auf Ankündigungen von Preisreduzierungen ab. Die PID gilt nicht für individuelle Preisreduzierungen, die im Rahmen eines Treueprogramms für Kund:innen angeboten werden. Die PID gilt auch nicht für personalisierte oder gezielte Werbeaktionen. Die PID gilt beispielsweise nicht für die folgenden personalisierten Werbeaktionen:

  • ein individualisierter Rabattcode zur zukünftigen Verwendung nach einem Kauf
  • ein individualisierter Rabatt zum Geburtstag oder einem anderen Anlass
  • eine individualisierte Preisreduzierung zum Zeitpunkt des Kaufs, die nicht im Voraus angekündigt wurde

Preisreduzierungen, die allen deinen Kund:innen angeboten oder angekündigt werden, gelten nicht als personalisiert oder gezielt. Dies schließt Preisreduzierungen ein, die als persönliches Angebot dargestellt werden. Wenn du beispielsweise einen Rabattcode mit einer Nachricht anbietest, die besagt „ein besonderer Rabatt nur für dich“, der aber von allen Kund:innen verwendet werden kann, ist die PID wahrscheinlich anwendbar.

Ressourcen

In den folgenden Ressourcen findest du online spezifische Informationen über die PID und die UGP-Richtlinie: